[Interview] Mehr als nur eine Aufnahme: Wie der APV-Codec das umfassende mobile Videoerlebnis auf dem Galaxy S26 Ultra ermöglicht
Wir leben in einer Zeit, in der jede Person zum Content Creator werden kann. Dank Smartphones ist es mühelos möglich, hochwertige Videos aufzunehmen was einst nur Profis vorbehalten war, ist mittlerweile Teil des Alltags geworden. Samsung Electronics hat den APV-Codec (Advanced Professional Video) eigenständig entwickelt, eine Technologie, die hochwertige Videobearbeitung ermöglicht, und ihn als Open Source veröffentlicht. Der Codec feierte sein Debüt auf dem im März vorgestellten Galaxy S26 Ultra und setzte damit neue Maßstäbe für die mobile Videoproduktion. Durch die Erhaltung der Bildqualität bei gleichzeitiger Minimierung von Verlusten während des gesamten Bearbeitungsprozesses ermöglicht APV eine präzisere Videoproduktion auf professionellem Niveau.
Samsung Newsroom hat sich mit Entwickler:innen des Visual Solution Teams des Geschäftsbereichs Mobile eXperience (MX) bei Samsung Electronics zusammengesetzt, um die Geschichte hinter APV zu erfahren – von den technischen Herausforderungen bei der Entwicklung bis hin zu den Ideen, die dahinterstecken.

Junseang Min (links) und Sunmi Yoo (rechts) vom MX-Geschäftsbereich bei Samsung Electronics
Frage: Was hat zur Entwicklung des APV-Codecs geführt?
Yoo: Herkömmliche Videocodecs weisen während des Komprimierungsprozesses, der zur Verringerung der Dateigröße erforderlich ist, gewisse Datenverluste auf. Da insbesondere wiederholte Bearbeitungsvorgänge zu einer spürbaren Verschlechterung der Bildqualität führen, wurde ein neuer Codec entwickelt, um diese Einschränkungen grundlegend zu beheben.
Zu diesem Zweck haben wir eine Zusammenarbeit mit Samsung Research vorgeschlagen. Samsung Research übernahm die Federführung bei der Standardisierung von APV, anschließend arbeitete die MX-Sparte in den letzten drei Jahren eng mit Samsung Research zusammen, um die Unterstützung des Codecs als Teil des Android-Standards sicherzustellen.
Frage: Was ist der APV-Codec und was sind seine wichtigsten Vorteile?
Yoo: APV ist ein Videocodec, der von der Internet Engineering Task Force (IETF) offiziell standardisiert wurde. Er ist für die Bearbeitung optimiert und bewahrt so viele Daten wie möglich, während er im Verhältnis zur Bildqualität eine hervorragende Kompressionseffizienz bietet. Bei gleichem Qualitätsniveau kann er die Dateigröße im Vergleich zu ähnlichen Codecs um mehr als 10 Prozent reduzieren.
Min: Er bietet zudem eine verfeinerte Farbwiedergabe auf Basis von YUV 4:2:2 und erreicht eine visuell verlustfreie Bildqualität, wobei selbst nach mehreren Bearbeitungsrunden nur minimale Qualitätsverluste auftreten.

Sunmi Yoo erläutert die wichtigsten Vorteile des APV-Codecs.
Frage: Warum haben Sie sich entschieden, APV als Open Source zu veröffentlichen?
Yoo: Wir haben uns dafür entschieden, APV als Open Source zu entwickeln, um eine breitere Akzeptanz zu fördern und durch Standardisierung ein Ökosystem aufzubauen – damit letztlich mehr Nutzer:innen von der Technologie und ihren Vorteilen profitieren können. Egal wie fortschrittlich eine Technologie ist: Wenn sie nicht weit verbreitet ist, wird sie obsolet.
Frage: Was waren die wichtigsten Prioritäten bei der Implementierung des APV-Codecs auf einem Mobilgerät?
Min: Der Übergang von der Standardisierung zur Kommerzialisierung war eine Herausforderung auf einer ganz anderen Ebene. Um die Echtzeitverarbeitung von UHD- und 8K-Videos innerhalb der Grenzen mobiler Geräte zu ermöglichen, konzentrierten sich die Bemühungen auf das Wärmemanagement und die Optimierung auf Systemebene. Mit APV können UHD-Aufnahmen mit 30 fps bis zu 6 GB pro Minute erreichen, daher haben wir uns mit der Speicherabteilung von Samsung Electronics zusammengetan, um die Stabilität der Datenspeicherung zu gewährleisten. Durch die Validierung der neuesten tragbaren SSD-Modelle von Samsung bei allen Aufnahmeauflösungen auf dem Galaxy S26 Ultra über mehr als neun Testzyklen hinweg konnte eine stabile Datenübertragungsleistung auch unter hoher Belastung sichergestellt werden.
Yoo: Der Aufbau des APV-Ökosystems erforderte zudem eine enge Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partner:innen. Wir haben nicht nur eng mit Chipsatzhersteller:innen zusammengearbeitet, sondern auch mit Unternehmen, die Bearbeitungswerkzeuge und Videoplayer entwickeln.
Frage: Wie fühlt es sich an, das Debüt des APV-Codecs auf dem Galaxy S26 Ultra zu erleben?
Yoo: Da immer mehr professionelle Nutzer:innen wie YouTuber:innen und Influencer:innen auf den Plan treten, wollten wir die Einstiegshürden für die Videoproduktion senken, für die bisher der Zugang zu professioneller Ausrüstung erforderlich war. Das Galaxy S26 Ultra verfügt über vier integrierte kinoreife LUTs (Look-Up Tables), und wir hoffen, dass dadurch mehr Nutzer:innen ganz einfach filmreife Bilder direkt mit ihrem Smartphone erstellen können.
Min: Was mir am meisten auffällt, ist die Entwicklung eines speziellen Profi-Kits für das Galaxy S26 Ultra in Zusammenarbeit mit Spezialist:innen für Kamerazubehör. Trotz des engen Zeitplans im Vorfeld des Galaxy Unpacked, bei dem das Produkt vorgestellt wurde, konnten wir die Gesamtqualität verfeinern, was es besonders bedeutsam macht. Damit wurde der Grundstein dafür gelegt, dass das Galaxy in professionellen Videoproduktions-Workflows eingesetzt werden kann.

Junseang Min spricht über die Einführung des APV-Codecs auf dem Galaxy S26 Ultra.
Frage: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft als Entwickler im Visual Solution Team?
Yoo: Wir planen, den Codec weiterzuentwickeln, damit sowohl Nutzer:innen als auch Creatives noch mehr Nutzen aus der Videobearbeitung mit Galaxy-Geräten ziehen können. Wir freuen uns darauf, dass das Galaxy S26 Ultra dank APV eines Tages sogar in Filmproduktionsumgebungen zum Einsatz kommt.
Min: Unser Ziel ist es, es alltäglichen Nutzer:innen zu erleichtern, professionelle, kinoreife Inhalte zu erstellen. Wir werden auch weiterhin mit Partner:innen zusammenarbeiten, um das APV-Ökosystem zu erweitern.
Mit dem APV-Codec geht das Galaxy S26 Ultra über inkrementelle Innovationen hinaus. Es senkt die Einstiegshürden und legt gleichzeitig die Messlatte für die Möglichkeiten der mobilen Videoproduktion höher. Es ist eine Ära angebrochen, in der ein einziges Galaxy-Gerät Nutzer:innen von der Aufnahme über die Bearbeitung bis hin zur Weitergabe auf professionellem Niveau begleitet. Und an der Schnittstelle zwischen der Technologie des Galaxy S26 Ultra und der Vorstellungskraft der Kreativen stehen die Möglichkeiten weit offen.
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