Schüler benoten Digitalisierung an Schulen: Technische Ausstattung ist versetzungsgefährdet

28.10.2020
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Sieben Monate sind seit den Schulschließungen im März ins Land gegangen. Viele Wochen Homeschooling, die Sommerferien und der Start ins neue Schuljahr liegen hinter uns. Ausreichend Zeit für Behörden und Schulen, sich auf die neuen Begebenheiten einzustellen und digitale Lernlösungen voranzutreiben. Oder etwa nicht? Nach der ersten Etappe im neuen Schuljahr und pünktlich zu den Herbstferien hat YouGov im Auftrag von Samsung Schüler von weiterführenden Schulen befragt1, wie sie die digitalen Lernmöglichkeiten ihrer Schule mittlerweile bewerten. Das Zeugnis: Wenig Bewegung, dafür viel Luft nach oben.

 

In einer von YouGov durchgeführten Umfrage haben Schüler die Digitalisierung ihrer Schule benotet.1

 

Die Studie stellt den Schulen ein durchwachsenes Zeugnis aus. Sei es die technische Ausstattung, die digitale Kompetenz, die virtuellen Kommunikationswege oder die gebotenen Hilfestellungen durch Lehrer und Bildungseinrichtungen: Deutsche Schulen sind häufig gerade einmal Mittelmaß – in allen Disziplinen vergeben die befragten Schüler insgesamt im Durchschnitt eine 3. Bei der technischen Ausstattung der Schulen für den Unterricht zu Hause vergibt jeder fünfte Schüler sogar eine 5 oder 6. Verglichen mit den Gegebenheiten zu Beginn des Lockdowns im März, ist für viele Schüler über alle Bereiche hinweg kaum eine Steigerung zu erkennen. Für Sascha Lekic, Director IT & Mobile Communication B2B bei Samsung Electronics GmbH, ist dies nicht verwunderlich: „Bei der Einführung und Umsetzung von digitalen Lernmodellen stehen Schulen vor diversen Herausforderungen: Die Prozesse, um Mittel zu beantragen, sind hochkomplex. Auf Schul- und Schulträgerseite fehlt hierfür Zeit und Personal. Gleichzeitig sollen die Schulen ihre Medienentwicklungspläne selbst erstellen, das dafür notwendige IT-Wissen ist nicht vorhanden. All das führt letztlich zu großer Unsicherheit und lähmt den Digitalisierungsprozess. Damit die Mittel in den Schulen ankommen, müssen Standards geschaffen und Unsicherheiten abgebaut werden.“ Diese Einschätzung teilt auch Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats: „Schulträger sind zum Teil nicht einmal in der Lage, die bereitgestellten Mittel abzurufen, da keine Zuständigkeiten in den Schulverwaltungen vorhanden sind. Die Politik muss mehr mitspielen und unabhängig von Zuständigkeiten miteinander sprechen, um Bildung in Deutschland nicht zum ‘Glücksspiel‘ verkommen zu lassen.“

 

Jeder vierte befragte Schüler fühlte sich von seiner Schule allein gelassen.

 

Fernunterricht ist mehr als Homeschooling

„Es ist nicht so gedacht, dass die Kinder zu Hause Hausaufgaben erledigen, dann aber nur einmal wöchentlich oder gar keine Rückmeldung bekommen. Es muss wirklichen Unterricht geben“, fordert Elternvertreter Wassmuth weiter. Dass man Homeschooling nicht mit Unterricht gleichsetzen kann, zeigt auch die aktuelle Schüler-Umfrage. So geben 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen an, dass sie während des Lockdowns gar keinen Unterricht hatten und lediglich Aufgaben gestellt bekamen. Jeder vierte Schüler sagt, er fühlte sich von seiner Schule häufig oder sogar immer allein gelassen. Einen Hauch von Normalität in Form von Online-Unterricht mit Kamera in der Gruppe oder allein mit dem Lehrer erlebten 45 Prozent der Befragten. Gymnasiasten (53 Prozent) kamen hierbei vergleichsweise gut weg, während Realschüler (32 Prozent) weitaus seltener von dieser Art von Fernunterricht profitierten.

 

27 Prozent der befragten Schüler hatten während des Lockdowns gar keinen Unterricht, sondern bekamen nur Aufgaben.

 

Analoge Dauerbrenner: Schulbuch, Stift und Papier

Bis heute ist Homeschooling für viele Kinder und Jugendliche also nicht mehr als das einsame Lösen von Aufgaben. 60 Prozent der befragten Schüler geben an, dass sie diese per Mail erhalten haben. Fast schon fortschrittlich, wenn man bedenkt, dass einigen die Aufgaben auf Papier zur Verfügung gestellt wurden: 8 Prozent mussten sie abholen, 7 Prozent erhielten sie per Post, 6 Prozent bekamen sie nach Hause gebracht. Vornehmlich analog geht es aber vor allem bei den verwendeten Lernutensilien zu: Klassische Schulbücher sind mit 71 Prozent das meistgenutzte Medium im Unterricht, gefolgt von Stift und Papier mit 68 Prozent. Das Tablet hingegen rangiert mit 19 Prozent ganz hinten.

 

Fehlende Hardware an Schulen verstärkt soziales Ungleichgewicht

Die Studie zeigt weiter: Um überhaupt mit einem Tablet für die Schule lernen zu können, sind die Schüler zum allergrößten Teil auf private Geräte angewiesen – Chancengleichheit in Form eines von der Schule gestellten Tablets gibt es bei gerade einmal 5 Prozent der befragten Schüler. Nicht weiter überraschend, zugleich aber alarmierend, dass über ein Drittel der Befragten keinerlei Zugang zu einem Tablet hat. Besonders bedenklich, wenn man dem entgegensetzt, dass 84 Prozent der Schüler, die Zugriff auf ein Tablet haben, darin einen klaren Vorteil sehen. Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen ohne Tablet fühlen sich hingegen benachteiligt. „Eine zeitgemäße digitale Bildung ist eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“, so Lekic. „Um den Prozess zu beschleunigen, muss es eine zentrale Richtlinie für die technische Beschaffung geben, die auf den Maximen Offenheit, Interoperabilität und Langfristigkeit beruht.“ In Anbetracht der Notwendigkeit des kurzfristigen Handelns ist davon auszugehen, dass unterschiedliche Geräte und Betriebssysteme nebeneinander eingesetzt werden müssen. Um hierbei einen reibungslosen Unterricht zu ermöglichen, braucht es systemoffene Lösungen. Samsung Neues Lernen ist mit Android, iOS und Windows kompatibel und kann für einen vielseitigen Mischbetrieb im Unterricht mit unterschiedlichen Betriebssystemen konfiguriert werden. Diese Interoperabilität im Plattform-Mix ermöglicht es, mit den gleichen Applikationen eine nahezu identische Grafikoberfläche darzustellen, auch wenn die Schüler unterschiedliche Geräte verwenden. „Wir sind überzeugt, so sehen die Komplett-Lösungen aus, die zur digitalen Souveränität in deutschen Schulen beitragen können“, sagt Lekic.

 

Fehlende Hardware an Schulen verstärkt soziales Ungleichgewicht.

 

Die Zukunft des Lernens ist hybrid

Das neue Schuljahr hat bereits gezeigt, dass der Traum von der Normalität im Klassenzimmer noch in weiter Ferne liegt. Kaum wieder geöffnet, müssen Schulen ganze Klassenverbände zum Lernen nach Hause schicken. Ein Zwang, der mittelfristig eine Chance und langfristig einen Trend ergeben kann: „Hybrides Lernen ist kein Phänomen, das einfach wieder weggehen sollte. Es ist eine Entwicklung, die es zu begrüßen gilt, für die es aber noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen gibt“, sagt Lekic. So hat Samsung Electronics ein Lösungspaket für hybride und digitale Unterrichtsszenarien geschnürt, das Präsenz- und Fernunterricht aus einer Hand ermöglicht. Samsung Neues Lernen richtet sich an Schulträger und Bildungseinrichtungen. Es umfasst neben dem Samsung Galaxy Tab S6 Lite mit S Pen, dem digitalen Flipchart Flip2 85‘‘ mit Webex und der Classroom Management App auch den Zugang zu digitalen Lehr- und Lernmaterialien und Trainings für Lehrkräfte.

1 Im Auftrag von Samsung hat YouGov vom 25.9. – 1.10.2020 1.004 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahren zur Digitalisierung ihrer Schule befragt.

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