Zukunftsgrüße aus Moskau via Telepräsenz

06.12.2019
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Man sagt, die Welt werde kleiner. Aber da immer mehr Familienmitglieder und Freunde weit voneinander entfernt leben und Geschäfte über weite Strecken hinweg getätigt werden, fühlt sie sich beizeiten immer noch sehr groß an. Was für ein Glück für Nutzer, dass sie heutzutage Bild und Ton live an einen Ort projizieren können, der tausende von Kilometern entfernt ist.

 

Diese weniger bekannte Anwendung der KI, bekannt als “Telepräsenz“, ist einer der Schwerpunkte des Samsung KI-Zentrums in Moskau. Die Samsung Newsroom-Redaktion sprach mit dem Leiter, Dr. Victor Lempitsky, um mehr darüber zu erfahren, woran sein Zentrum arbeitet und wo er die Zukunft von KI sieht.

 

KI und Telepräsenz

Das übergreifende Forschungsgebiet, an dem das Moskauer KI-Zentrum von Samsung arbeitet, ist das des „maschinellen Lernens“. Es umfasst die Bereiche Sprachverständnis, Computer Vision und Datenanalyse. Konkret arbeitet das Zentrum an der Kerntechnologie der nächsten Generation des maschinellen Lernens. Darüber hinaus stehen auch Lösungen im Fokus, die es ermöglichen, diese Technologie auf die Kreation von Bild- und Videoinhalten zu übertragen.

 

„Wir arbeiten an Vision Learning und Telepräsenz“, konkretisiert Lempitsky. „Wir bemühen uns also, Nutzern, die weit voneinander entfernt sind, bei der Kommunikation bestmöglich das Gefühl von physischer Nähe zu geben.“ Es mag zunächst nicht klar sein, wie genau die KI für den Bereich der Telepräsenz relevant sei, erklärt Lempitsky. „Wir nutzen Computer Vision und Machine Learning, um menschliche Bewegungen zu erkennen und zu lernen. Dann nutzen wir diese erlernten Bewegungen, um eine realistische Simulation einer Person zu erstellen.“

 

„Das Projekt ‚Neural Network Rendering‘ ist eine der wichtigsten Errungenschaften des Moskauer KI-Zentrums“, fährt Lempitsky fort. „Es ging darum, Menschen mit Hilfe von neuronalen Netzwerken als so genannte ‚neuronale Avatare‘ darzustellen.”

 

Auf die Frage nach anderen Anwendungen für diese Technologie antwortet Lempitsky: „Sie hat es uns ermöglicht, aus nur einem einzigen Bild eine digitale 3D-Version des Kopfes einer Person zu erstellen. Die Technik kann auch für eine Vielzahl von anderen Telepräsenzanwendungen verwendet werden.“

 

Auszeichnungen und Erfolge

Russland ist weltweit führend, wenn es um grundlegende Fachgebiete wie Mathematik oder Physik geht. Daher wird erwartet, dass das Moskauer KI-Zentrum eine treibende Kraft bei den KI-Entwicklungen der Zukunft sein wird.

 

Dank der außerordentlichen Arbeit seines Fachpersonals hat das Moskauer KI-Zentrum eine beeindruckende Liste von Auszeichnungen und Nominierungen erhalten. Im Jahr 2018 gewann es einen Wettbewerb von NeurIPS (Neural Information Processing Systems), der weltweit größten KI-Konferenz. Das Zentrum erzielte auch auf der ECCV (European Conference on Computer Vision) und der ICCV (International Conference on Computer Vision) bedeutende Ergebnisse. Lempitsky selbst wurde 2018 für seine Verdienste für die Branche mit dem Scopus Award ausgezeichnet. Scopus ist die weltweit größte globale Datenbank für wissenschaftliche Literatur.

 

Samsung Geräte zur Optimierung der Computer Vision

Samsung hat angekündigt, die mehr als 500 Millionen Geräte, die das Unternehmen jedes Jahr verkauft, miteinander zu verbinden und mit KI auszustatten. Auf die Frage, wie das Moskauer KI-Zentrum zu dieser Vision beiträgt, antwortet Lempitsky, dass Samsung über eine breite Expertise in Sachen Hardware verfüge. Er weist darauf hin, dass eine zunehmende Anzahl von Geräten heute mit integrierten Kameras und visuellen Sensoren ausgestattet ist. Dementsprechend würde Computer-Vision-Technologie in Zukunft stetig wichtiger für die Industrie werden.

 

„Die Mission unseres Zentrums ist es, modernste Bildverarbeitungssoftware anzubieten, um die erstklassige Hardware und Dienstleistungen von Samsung zu unterstützen. Ich denke, so haben wir unseren Platz in der größeren Vision und machen den Nutzern das Leben leichter.“

 

 

Die Zukunft der KI

Auf die Frage, welche Entwicklungen er in den nächsten 50 Jahren von KI erwartet, antwortet Lempitsky, dass die Menschen vor 50 Jahren nicht annähernd hätten ahnen können, wo wir jetzt sind. Trotzdem versucht er sich an einer Vorhersage: „Ich denke, die KI wird zu einer alltäglichen Technologie werden, die Menschen als selbstverständlich ansehen. Computer werden in der Lage sein, visuelle Informationen zu scannen und zu verarbeiten ähnlich wie es Menschen können. Aber das wird für uns dann schon etwas Selbstverständliches sein.“

 

In Bezug auf kurzfristige Ziele erklärt Lempitsky, dass das Moskauer KI-Zentrum verbesserte Telepräsenzfunktionen entwickeln will. Er ist sich sicher, dass diese Funktionen das Leben der Menschen nachhaltig verändern würden. „Man muss nicht etwa von Seoul nach Moskau fliegen um sich zu treffen, sondern man wird Geräte mit AR oder VR verwenden, um in eine gemeinsame Umgebung zu reisen, in der das Gefühl der Präsenz fast so stark ist, als wäre man physisch anwesend.“ Lempitsky ist zuversichtlich, dass „Telepräsenz so real wie physische Präsenz“ kein reines Science-Fiction-Szenario mehr sein wird.

 

Zu den Geschäftsanwendungen der Technologie sagt Lempitsky: “Wir erwarten, dass Fortschritte in der Telepräsenz-Technologie unser Verhalten erheblich verändern werden”. Er kommentiert auch, dass die Einführung der Telepräsenztechnologie wahrscheinlich zu einer erhöhten Akzeptanz und unterschiedlichen Wahrnehmung von Menschen führen wird, die von außerhalb arbeiten.

 

Schließlich spricht Lempitsky darüber, wie die Entwicklungen in diesem Bereich Freunden und Familien helfen werden, die durch eine gewisse Distanz voneinander getrennt sind, sich näher zu fühlen, und sagt: “Wir hoffen, dass Leute Video-Chats bald als so veraltet ansehen, wie es uns jetzt erscheint, eine Nachricht per Telegramm zu verschicken”.

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