„Nicht hören können trennt von Menschen“ (Immanuel Kant)

23.12.2019
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Ein Gastbeitrag von Sabine Krause
vom Gehörlosen- und Schwerhörigen-Stadtverband Frankfurt

v.l. Jutta Warmers, Sabine Krause und Fabian Müller vom Gehörlosen- und
Schwerhörigen-Stadtverband Frankfurt

 

Wie angenehm ist folgendes Szenario: Ich setze mich am Samstagabend gemütlich auf die Couch, schalte meinen Fernseher ein und zappe durch das Programm. Jeder Tastendruck bindet mich als Zuschauer und Zuhörer direkt ein. Ich erhalte direkten Zugang zu vielfältigen audiovisuellen Welten und Realitäten. Die Bilder, die Geräusche und Gespräche werden Teil meiner aktuellen Existenz.

 
Für Hörende völlig selbstverständlich.

 

Für Hörbehinderte und Gehörlose noch viel zu oft eine Wunschvorstellung.

 
Schätzungen zufolge leben in Deutschland ca. 100.000 gehörlose und 14 Millionen hörgeschädigte Menschen. Gleichberechtigung beim Fernsehen würde für sie heißen: Jeder Mensch bekommt die gleichen Informationen, ohne einen einzigen Verlust oder Ausfall. Gemeinsam Lachen, Weinen, Emotionen teilen. Keiner ist ausgeschlossen – Fernsehen für alle.

 
Der Bedarf an Untertitelung, Gebärdensprachdolmetscherarbeiten etc. ist sehr hoch, um dieses Ziel zu erreichen. Jeder Film, egal ob Wiederholung, Live-Übertragung oder ähnliches, sollte hundertprozentig untertitelt sein. Im Jahr 2008 fand beim Kulturtag in Köln eine große Demonstration von Menschen mit Hörbehinderung statt – das Motto „100% Untertitel JETZT!“ ist auch nach elf Jahren immer noch nicht umgesetzt.

 

In den USA beispielsweise ist vieles davon schon selbstverständlich: Man kann auf der Fernbedingung selbst die Untertitelung ein- oder ausblenden, sogar in der Werbung werden Untertitel angeboten, und gerade bei wichtigen Nachrichten werden viel mehr Gebärdensprachdolmetscher eingesetzt. Es gibt dort sogar Gebäude, z.B. die Gallaudet University in Washington, die für gehörlose und schwerhörige Menschen nach den „Deaf Space Guidelines“ entworfen wurden.

 

Für die Gehörlosengemeinschaft ist es sehr wertvoll, dass Firmen wie Samsung sich mit Gehörlosigkeit, Hörbehinderung und Barrierefreiheit beim Fernsehen auseinandersetzen. Wenn populäre Unternehmen durch ihre Bekanntheit ein großes Publikum erreichen, können andere Firmen und Menschen aufgeklärt werden, worauf die Gehörlosen und Hörbehinderten eigentlich angewiesen sind. Die Gehörlosengemeinschaft ist eine kleine Minderheitsgruppe ohne große Reichweite, deshalb sind wir sehr dankbar, wenn dieses Thema angesprochen wird und sich Menschen damit beschäftigen.
 

Wir haben die Hoffnung, dass wir gemeinsam die Barrierefreiheit in unserer Gesellschaft ausfeilen und optimieren können. Wenn unsere Forderung nach 100 Prozent Untertiteln und mehr Gebärdendolmetscherangeboten Erfolg hat, kommen wir unserem Ziel einen entscheidenden Schritt näher: Dass wir immer und überall den gleichen Zugang zu Bildung und Informationen bekommen wie andere Menschen auch.

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